Über mich

Warum ich heute Nachhaltigkeitsstorys erzähle


Kindheitserlebnis #1
Der wertorientierte Unternehmer

Als Grundschülerin verbrachte ich so manche Stunde meines eher faden Lebens in der Wurstküche von Onkel Hans, einem selbstständigen Metzgermeister. Montagmorgens war das besonders aufregend, denn dann trug der kräftige Mann ein halbes Schwein nach dem anderen eng um seine Schultern gelegt herein. Die Tiere waren in aller Herrgottsfrühe geschlachtet und soeben ins Haus von Onkel Hans angeliefert worden.

Nach einem kurzen Frühstück löste er das Fleisch aus und verarbeitete dann den Rest mit handwerklicher Perfektion und ganz, ohne die Fertigprodukte seiner Innung zu verwenden, zu Schinken, Wurst und Schmalz. Ich durfte das Blut im Topf rühren, die Borsten der Schweinsfüße abflammen und geschmolzenen Flomen – das flüssige Bauch- und Nierenfett – in Tüten füllen. Onkel Hans erzählte mir, wo die Tiere gelebt hatten. Für ihn war es ganz selbstverständlich, das Borstenvieh Woche für Woche persönlich bei den Bauern in der Region auszuwählen, einige Tage bevor ihr letztes Stündlein schlagen würde. Die damals gerade in Mode gekommenen Turboschweine mit zusätzlich gezüchteten Rippen wären ihm niemals unters Messer gekommen. Onkel Hans vertrat seine Haltung offensiv  – und war einer der erfolgreichsten Metzger der Stadt.

Kindheitserlebnis #2
Begegnungen mit Planet A

Im Alter von elf Jahren durfte ich für zehn Wochen und ganz alleine – damals mit fünf Zwischenlandungen und zum halben Reisepreis von sehr teuren 1.600 DM – nach Cali in Kolumbien fliegen, um einst dorthin ausgewanderte Verwandte zu besuchen. Während dieses einzigartigen Sommers genoss ich größte Sorglosigkeit trotz einiger Abenteuer in der Stadt und auf dem Land. Ich lernte, den Skorpion im Schuh nicht zu fürchten, sondern zu fangen und wieder freizusetzen. Und als sich am Ende eines langen Tagesausflugs mein Pferd Potoca ab Einbruch der Dunkelheit launig aus der Gruppe zurückfallen ließ, sodass wir den Anschluss verloren, spürte ich plötzlich, dass das Tier seinen Weg nach Hause trotz der intensiven Finsternis finden würde. Tausende von Glühwürmchen standen uns bei.

Später lehrte mich meine Gastgeberin Ilse, die Sterne Castor und Pollux sowie das Kreuz des Südens am Nachthimmel zu finden. Wir paddelten zu zweit durch den Mangrovenwald, und sie erklärte mir, dass diese Bäume Küsten schützen. Dann zeigte sie mir den schmalen Pfad, der vom Garten ihres Landhauses durch ein Meer von Flamingoblumen direkt in den Dschungel führte: einen feuchten, geheimnisvollen, magischen Wald mit ängstlichen Schlangen, kreischenden Papageien und einer unbeschreiblichen Tier- und Pflanzenvielfalt. Das Herz unseres Planeten! Es schlug kräftig und laut.

Lebenslauf

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